Adventkalender

Montag, 27. September 2010

Naschmäuschen

Am Sonntag feierte unsere Nr. 3 seinen 14. Geburtstag :-)


Gleich zwei Mal erhielt er eine grosse Toblerone und liess diese unten im Büro liegen...das hätte er besser nicht gemacht! Denn als ich in der Küche das Frühstück für Philipp zubereitete, hörte ich verdächtiges Reissen von Papier...schnell hin, was hat er gefunden???

Philipp war gerade dabei, die zweite Toblerone zu öffnen!


Von fast jedem Zacken fehlte ein kleines Stückchen Schokolade ;-)
Der zweiten Toblerone wäre es wohl gleich ergangen, hätte ich sie nicht rechzeitig gerettet...






mhhhh...was für ein Frühstück!! :-)
Und wer kann mir schon böse sein?

Montag, 20. September 2010

Herbststrauss





 
Für unsere liebe Co-Therapeutin, welche immer so lustig mit Philipp arbeitet,
 zum Geburtstag
nach ihren Farbwünschen im Garten gepflückt



 




 
Für mich selber mache ich nie einen Strauss...warum auch immer ??
Um so grösser die Freude, wenn ich dann einen binden kann zum verschenken :-)



 




 
Sonnige Grüsse
fünffach's


Montag, 13. September 2010

Neue Besen kehren gut, oder wie war das nochmal;-)

So macht das Wischen ums Haus doch gleich viel mehr Spass!


 

Da ich diesen Besen als Beispiel für den Bastelkurs brauche, wird er noch ein paar Wochen auf seinen ersten richtigen Einsatz warten müssen.


Seit Jahren biete ich im Herbst mit zwei Kolleginnen einen Bastelkurs für Mütter/Väter mit ihren Kindern an. Dort basteln sie gemeinsam Arbeiten für Weihnachtsgeschenke, die sie dann an Grosseltern, Gotten, Göttis, Lehrerinnen etc. verschenken.
Morgen ist wieder Sitzung und ich musste nun alle Arbeiten mal gebastelt haben, damit ich den Preis und die Auswahlkriterien nennen kann.


Liebe Grüsse fünffach

Sonntag, 5. September 2010

*** Rätsel ***

Wer kennt diesen wunderschönen Berg?

Vom Balkon im ersten Stock, mit dem Teleobjektiv aufgenommen.




Liebe Grüsse     fünffach

Freitag, 3. September 2010

Verhaltenstherapie

Ein schwieriger Bericht...immer wieder lösche ich die schon geschriebenen Zeilen, weil sie mir zu persönlich sind, zu offen?, zu nahe...


 
Vielleicht beginne ich besser damit, warum wir uns überhaupt zu einer Verhaltenstherapie entschlossen haben.
Bis Philipp drei Jahre alt war, lief er einfach so in der Familie mit. Seine Besonderheiten konnten noch gut integriert werden und waren damals, bis auf die fehlende Sprache auch gar nicht so auffällig. Wir gingen ja auch immer noch davon aus, dass er den Entwicklungrückstand aufholen würde.
Mit knapp fünf wurde er dann Schüler in der Heilpädagogischen Schule und ich bekam zu hause wieder etwas Luft. Aber schon damals war es recht schwierig, neben ihm noch etwas zu erledigen. Er konnte damals überhaupt nicht spielen, räumte immer noch alle Schränke aus, so dass wir alles abschliessen mussten. Weil wir ihn nicht verstanden, wurden seine Wutanfälle noch häufiger und heftiger. Er begann auch jegliche Gegenstände zu werfen.




Und dann wurden die Nächte zu Qual.... er schlief keine paar Stunden mehr am Stück, wachte regelmässig nachts auf und schrie nach uns. Auch am Morgen erwachte er in aller Frühe, meist zwischen 5.00 und 5.30 um dann gleich wieder voller Action den Tag zu beginnen...werfen...schreien..toben..werfen...toben...schreien...
Wir suchten bei diversen Fachstellen Hilfe. Aber nur das Wenigste konnte uns auch längerfristig helfen. Auch mit Medikamenten versuchten wir, Philipps Aktivitätstress zu bremsen. Ganz glücklich wirkte er nämlich auch nicht ...wie auch, wenn er sich nicht mitteilen konnte.


 
Im Winter 2009 wurde es dann so schlimm, dass er nur noch bis 4.00 Uhr schlief und nur noch selten zufrieden war. Jede Handlung an ihm wie Wickeln, Anziehen, Zähne putzen, Essen, Trinken....alles endete im Wutanfall mit diversen Schäden an Mobiliar und blauen Flecken an uns. Auch hatte er in dieser Zeit ein grosse Weglauftendenz und konnte so nicht 10 Sekunden aus den Augen gelassen werden...




Auch sein bis dahin so geliebtes Skifahren war nur noch in ganz seltenen Fällen möglich. Wir versuchten es trotzdem immer wieder, weil wir ja nie vorher wussten obs auch klappen würde. Oft mussten wir der Piste wieder den Rücken kehren und heimfahren.
 
 


 
Ich wusste schon lange, dass es eine Verhaltenstherapie gibt, die speziell für Autisten geeignet ist. Durch das Forum für behinderte Kinder rehakids fand ich eine Therapeutin aus Deutschland, die auch Schweizer Kinder betreut. Obschon wir wussten, dass wir die Kosten dafür alleine übernehmen müssen, machten wir einen Termin für Sommer 2009 aus.

Aber schon vorher konnte sie uns durch Mailkontakt in den ganz schwierigen Zeiten beistehen.

Nun arbeiten wir also seit Sommer 2009 mit der Verhaltenstherapie ABA/VB und endlich hat sich die Situation etwas entspannt. Wir konnten alle Medikamente wieder weglassen :-)
Philipp lernte den Sinn der Sprache verstehen und wendet nun schon etliche Wörter sinngmäss an um seine Wünsche zu äussern. Er hört auf uns, wenn wir "nein", "halt" oder "stop" rufen, nicht immer, aber im Vergleich zu vorher, wo er in 0% auf uns hörte, sind die jetzt ca 80% gigantisch!!
Und er hat gelernt, selber zu spielen! Natürlich ist sein Spiel noch sehr funktionell, aber es ist ein Spiel, wenn die Eisenbahn ihre Runden dreht und ab und zu wendet.

Die Therapie ist nicht einfach...
wir alle mussten umlernen im Umgang mit Philipp. Wir mussten unsere Sprache anpassen, keine Fragen mehr stellen, noch konsequenter sein, Werfen nicht mehr beachten, schwierige Situation voraus erkennen und Ablenkung bereithalten und noch vieles mehr...
 Wir provozieren möglichst viele Situationen, damit er Sprache einsetzen kann und dann belohnt wird.
Als Beispiel in Kurzfassung:  Er möchte ein Stück Brot, greift schon danach, wir blockieren kurz seine Hand und sprechen "Brot" vor. Er wiederholt "Brot" und bekommt erst dann das Brot. Beim nächsten Mal sagen wir nur "B.." vor und warten 1-2 Sekunden, ob er "Brot" selber sagen kann, und noch später schauen wir ihn nur noch erwartungsvoll an und warten auf ein eigenständiges "Brot".
Es gibt täglich ganz viele solcher Situationen, wo wir mit Philipp sprechen üben.

Das funktioniert aber nur, wenn er zu der Person, die seine Hand kurz blockiert Vertrauen hat. Das Vertrauen wir durch gaaaaaaaaaaaaaaanz viel Spielen mit seinen Lieblingssachen geschaffen. Wir haben einen Schrank voller toller Spielsachen, die wir nur rausnehmen, wenn wir mit ihm zusammen spielen. In diesen Situationen üben wir dann, dass auch wir die Hände am Spielzeug haben dürfen, dass wir auch eine Handlung einbringen können, oder dass er auch kurz auf ein neues Spielzeug warten lernt.
Er lernt in diesen Spielsequenzen auch, dass es mit uns extrem lustig ist. Wir toben, raufen, kitzeln, spielen verstecken, werfen uns aufs Bett etc. alles Dinge die er sehr gerne macht. Er hat jetzt auch gelernt, diese Spiele bei uns mit Worten einzufordern.
Ohne dieses Vertrauen zu uns und ohne dieses innige Beziehung würde er von uns wenig Neues akzeptieren.

Eine andere Lerneinheit ist das Arbeiten am Tisch. Auch am Tisch haben wir viele lustige Spielsachen, die er immer mit Neugierde bespielt. Die Spielsachen werden nur kurz hervorgeholt und dann wechseln wir zum nächsten tollen Spielzeug, damit seine Aufmerksamkeit immer gefesselt ist. Und wenn er dann so sehr interessiert am Weiterspielen ist, geben wir ihm eine kleine Denkaufgabe. Zeigen zum Beispiel ein Bild und fragen: "Was ist das?" und er benennt dann das Tier/Gegenstand etc. Noch ist auf allen Bildern etwas, das er sehr gerne mag. Später wird dann so sein Wortschatz aufgebaut.

Die Therapeuten aus Deutschland kommen so alle zwei-drei Monate zu uns nach Hause, für 5-6 Stunden. Wir arbeiten mit Philipp und bekommen sofort Rückmeldung, was noch zu ändern ist. Immer wieder fliessen die neusten Erkenntnisse der Verhaltensforschung in die Arbeit mit ABA/VB mit ein.
Und auch Philipp macht grosse Fortschritte und bekommt an den Therapieberatungen neuen Lern-und Verhaltensstoff.
Die Beratungstage sind für uns alle anstrengend; einzig Philipp geniesst die vollste Aufmerksamkeit von gleich mehreren Personen. Er hat das wirklich sehr gerne und könnte eigentlich fast den ganzen Tag mit uns spielen und lernen. Aber lustig und spannend muss es sein, sonst läuft er davon;-)

Am vergangenen Mittwoch war wieder ein Beratungtag.
Wir sind ein ganzes Team von Betreuern, die mit Philipp arbeiten. Mir alleine wäre es unmöglich jeden Tag mehrere Stunden ausschliesslich ihm zu widmen. Arbeiten mit Philipp erfordert grösste Konzentration von den Betreuern oder Co-Therapeuten, wie wir sie nennen.
Unsere Nr. 1 hilft auch regelmässig mit, dann haben wir eine Studentin angestellt, welche 3-4 Stunden die Woche kommt, eine Praktikantin kommt 4 Stunden und den Rest übernehme ich.



Eine Co-Therapeutin arbeitet mit Philipp am Tisch, hier gerade in der "Villa Philipp", die Consultantin (Chef Therapeutin) schaut aufmerksam zu...




....auch die Studentin verfolgt alles genau...

Zwischendruch ist immer wieder viel Bewegung angesagt....



nicht nur für Philipp, sondern auch für den anderen Consultanten...


....lustig ist es aber immer !!!



in der Hand hält der Consultant einen nassen Schwamm, er hofft auf ein Opfer...,-)


Damit wir die Lernsequenzen besser üben können, spielen wir jeweils Rollenspiele ohne Philipp. Das ist dann immer das Allerlustigste an den Beratungstagen, wenn der grosse Consultant so tun muss, als wäre er Philipp.



Hier kämpft die Studentin für eine angemessene Sitzhaltung.

Nach einem Beratungstag raucht uns allen den Kopf...so viel Neues zu beachten, so viele neue Lerneinheiten, aber auch ganz viel Energie aufs Weitermachen. Neu werden wir mit Lesen lernen beginnen.
Ich freue mich ja so!!!!

 Gruss.....fünffach...

Dienstag, 31. August 2010

Lieblingsgerichte

Sonntag ist der einzige Tag, wo nichts Schnelles auf den Tisch darf. Am Sonntag erwarten alle ein richtig feines Nachtessen, da das Mittagessen meist etwas dürftig ausfällt. Viele Sonntagsgerichte haben wir allerdings nicht! Die Liste mit den Essen, die alle 7 gerne haben, ist leider nur kurz. Nr. 1 isst alles, Nr. 2 keinen Schinken und keinen Käse, ausser geschmolzener Mozarella!und praktisch kein Gemüse, Nr. 3 möchte am liebsten jeden Tag ein grosses Stück Muskelfleisch ( Würstchen gelten als vegetarisch...) Nr. 4 liebt Gemüse, aber nicht so sehr Fleisch, nimmt meist nur die Sosse und Nr. 5 würde sich wohl nur von blossen Teigwaren ernähren...Mama und Papa sind nicht soooo wählerisch, ich mag keinen Fisch und keine Pilze, liebe aber alle Gemüse, Papa mag fast alle Gemüse und natürlich Fleisch.

Letzen Sonntag gabs selbstgemachte Pizza:-)

Eine Hälfte mit Salami, eine Hälfte nature
Den Teig mache ich immer selber:


1'000g Halbweissmehl
1 Würfel Hefe
3 Kaffeelöffel Salz
6 dl warmes Wasser
4 Esslöffel Rapsöl und
viele italienische Kräuter

der Teig reicht für zwei Backbleche
auswallen
mit Senf und Tomatenpüre bestreichen
Salami auf je eine Hälfte legen
1 Glas selbstgemachtes Sugo auf beide Pizzen verteilen,
im Sommer lege ich gerne auch noch Tomatenschnitze drauf
Mozarellastücke regelmässig verteilen
Reibkäse darüberstreuen
und würzen mit Pizzagewürzmischung

mhh...da werden bereits Nasen an der Backofenscheibe plattgedrückt.
"Wann gibts Essen???"



 Es dauert dann aber noch sicher mehr als eine halbe Stunde, weil die Pizza erst noch etwas ruhen muss, damit der Teig nochmals aufgehen kann.
Aber danach gibts kein Halten mehr und deshalb habe ich leider auch kein Bild der fertigen Pizza schiessen können... zu gross der Hunger der "Meute"!

Mittwoch, 25. August 2010

"Villa Philipp"

In unserem Garten steht ein altes Kinderspielhäuschen, welches mir noch mein Vater für seine Grosskinder gezimmert hat. Ein Unikat sozusagen. Einmalig ist wohl auch sein Zerfall...wir haben nie etwas daran gemacht *schäm* Als dann Wasser ins Innere drang, weil die Dachbalken durchgefault waren, mussten wir etwas unternehmen. Frank machte neuen Dachpappe aufs Dach und Tochter Nr. 1 räumte das ganze Gerümpel raus...


Soviel wie möglich stopfte ich in einen grossen Kehrichtsack, alte Kissen, alte Seile, halbe Spielzeuge, ein Puppenschuh...etc...
Behalten können wir den Holztisch, ein paar Stühle und Decken.



...ohne Worte...



Philipp legt sich so gerne in Betten... überall muss er schnell reinschlüpfen, sich zudecken und so tun, als ob er schlafen würde. Wenns mehr als 5 Sekunden sind, dann ist's schon lang...für ihn reicht es:-)
Deshalb war von Anfang an klar, dass er ein Bett in seiner Villa haben muss.
Wie gut, dass ich mich manchmal von Dingen nicht trennen kann! Ein kurzer Griff in seinen Schrank und ich hatte passende Bettwäsche für sein Zweitbett gefunden:-) Jahrelang schliefen alle Kinder in dieser Clownbettwäsche, bis ich sie nicht mehr sehen konnte!



Der Puppenpapa sieht sofort die Flasche und das Bäbi kommt voll auf seine Kosten.



und dann rein unter die Decke,
auch wenn er die Beine nicht ausstrecken kann...was spielt das für ein Rolle?



Allzuviel Platz ist nicht für zwei Personen, aber wenn wir die Luft anhalten, dann sollte es schon gehen, oder?